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XLII Internationalen Kongress für Militärgeschichte - Plovdiv (Bulgarien)

Einladung
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Einige Bilder der XLI Kongress in Peking (30 August - 4 September 2015)
 
 

Die Internationale Kommission für Militärgeschichte

Die Internationale Kommission für Militärgeschichte (nach der französischen Bezeichnung „Commission Internationale d’Histoire Militaire“ meist CIHM abgekürzt) ist eine internationale Vereinigung unter den Auspizien der UNESCO zur Förderung vor allem vergleichender militärhistorischer Forschungen, Publikationen und Unterrichtsbehelfe auf einer globalen Basis. Intellektuell liegt der Schwerpunkt der CIHM auf der Militär- und Kriegsgeschichte – das umfasst die politische und militärische Dimension von Konflikten ebenso wie die Entwicklung von Streitkräften. Ebenso geht es um Ursachen und Wirkungen von Kriegen, um wirtschaftliche Aspekte, zivil-militärische Beziehungen, militärische Technologie, Führungskunst und -verhalten, sowie demographische Fragen.

Die CIHM will dabei eine Plattform sein, um Ideen von und für Militärhistoriker (im weitesten Sinn) auszutauschen und versteht sich als Instrument der „neuen Militärgeschichte“, die neben klassisch kriegshistorischen auch alle anderen Aspekte der militärischen Geschichtsforschung umfasst. Der CIHM gehören derzeit über 40 nationale Kommissionen an, in denen Militärhistoriker aus den Mitgliedsstaaten vertreten sind. Diese nationalen Kommissionen sind Grundlage und Stärke der Arbeit der CIHM. Diese nationalen Kommissionen sind in Zusammensetzung, Organisation und Aktivitäten autonom.

Die CIHM umfasst drei ständige Komitees – für Bibliographie, Archivwesen und Unterricht – die wichtige Informationen und Kontakte für alle Mitglieder anbieten.


Die CIHM verfolgt ihre Ziele auf folgende Art:

  • Seminare und internationale Tagungen: in den ersten Jahren traf die 1938 gegründete Militärhistorische Kommission lediglich alle fünf Jahre zusammen, anlässlich der großen internationalen Kongresse der Commission Internationale des Sciences Historiques (CISH). Im Laufe des „Kalten Krieges“ erschien es zweckmäßig, zur Verbesserung der wissenschaftlichen Kontakte derartige Treffen häufiger zu organisieren, und seit 1980 finden die daraus entstandenen internationalen militärhistorischen Kongresse jährlich statt. Die Organisation selbst ist dabei Sache der jeweiligen nationalen Kommission, die als Gastgeber fungiert. Neben wissenschaftlichen Vorträgen bieten diese Kongresse auch Diskussionsrunden, „Round Tables“ zu bestimmten Themen, militärhistorische Exkursionen und eigene Arbeitskreise für Nachwuchswissenschaftler.
  • Die Vorträge der jährlichen Konferenzen werden in der Serie der „Acta“ (bisher 37 Bände) veröffentlicht.
  • Seit 1939 erscheint die Reihe der Internationalen Revue für Militärgeschichte – seither sind, jeweils unter Ägide einer nationalen Kommission, rund 90 Ausgaben erschienen. Die einzelnen Bände befassen sich mit regionalen oder thematischen Schwerpunkten (wie Heeresergänzung oder Luftkrieg), jeweils mit Beiträgen von Militärhistorikern aus mehreren Ländern.
  • Die vom Bibliographischen Komitee der CIHM seit 1978 herausgegebene Internationale Bibliographie für Militärgeschichte ist ein wichtiger Behelf, um Informationen über Neuerscheinungen auszutauschen. Die Bibliographie ist mehrsprachig; bisher sind 32 Bände erschienen. Seit 2010 ist der angesehene Verlag Brill (Boston und Leiden) für die Publikation der Bibliographie verantwortlich, die künftig vor allem online (IBMH On Line) erscheinen wird.
  • Wechselseitige Beratung und Debatte zwischen (militärischen) Archivaren und Militärhistorikern im Rahmen des Archiv-Komitees der CIHM finden während der internationalen Kongresse, aber auch außerhalb dieses Rahmens statt. Seit 1990 erscheint das Mitteilungsblatt „Mars & Janus“des Archiv-Komitees.
  • Die Sammlung und der Austausch von Erfahrungen in der Vermittlung von Militärgeschichte im Unterricht an militärischen wie zivilen Akademien und Universitäten sind eine der wichtigsten Aufgaben des Unterrichts- bzw. Bildungs-Komitees der CIHM. Dieses Komitee ist auch für die Betreuung der Nachwuchswissenschaftler bei den internationalen Kongressen verantwortlich.

Der Vorstand der CIHM strebt eine Erweiterung der Internationalen Kommission durch die Aufnahme weiterer nationaler Kommissionen an, um die Basis der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich zu erweitern. Der wichtigste Nutzen der Arbeit der CIHM liegt aber wohl in den verbesserten persönlichen Kontakten zwischen (Militär-) Historikern aus verschiedenen Staaten, die es auch künftig erleichtern, nationale Vorurteile zu überwinden und – auf Basis hoher wissenschaftlicher Ansprüche – zum besseren Verstehen der Geschichte und damit auch der Zukunft beizutragen.


Massimo de Leonardis
Präsident der Internationalen Kommission für Militärgeschichte